Flora Gesunheitszentrum

Suche suchen

Öffnungszeiten heute

Uhrzeiten


Sonnenschutz: Die wichtigsten Tipps


Sonnenschutz: Die wichtigsten Tipps
Es gab sie mal, die Zeit, in der extrem blasse Haut als schön und vornehm galt. Es war die Epoche, in der Frauen sich in Mieder schnürten und Männer Kniebund­hosen sowie Perücken trugen. Damit möglichst alle Farbe aus den Gesichtern wich, schreckten damals beide Geschlechter nicht einmal vor giftigen Bleichmitteln zurück – zwei der Zutaten: Blei und Arsen. Die englische Königin Elisabeth I. soll diese Pasten so eifrig verwendet haben, dass Narben ihr Gesicht zeichneten. Angeblich ließ sie irgendwann alle Spiegel aus dem Palast entfernen, um den Verfall ihrer Attraktivität nicht weiter ansehen zu müssen.

Auch heute sind viele Menschen bereit, die Gesundheit ihrer Haut zu riskieren für ein Schönheitsideal: braun zu sein – vor allem im Sommer, wenn möglich aber das ganze Jahr. Laut einer repräsentativen Umfrage der GfK im Auftrag der Apotheken Umschau betrachten 47 Prozent der Deutschen ab 14 Jahre gebräunte Haut als ein Zeichen von Schönheit und Fitness. Von den unter 20-Jährigen tun dies sogar mehr als 70 Prozent. Mit den Folgen übermäßigen Sonnenbadens setzt sich aber gerade die junge Generation wenig auseinander. „Über mögliche Hautschädigungen durch intensive Sonneneinstrahlung habe ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht“, sagen 58 Prozent der unter 20-Jährigen und 45 Prozent der 20- bis 29-Jährigen.


Bildet unsere Haut Farbpigmente und wird braun, heißt das bereits: Sie will sich gegen die Sonne schützen. „Mit Gesundheit hat das nicht viel zu tun“, sagt Dr. Beate Volkmer. Die Bio­login forscht am Dermatologischen Zentrum Buxtehude über den Einfluss von UV-Strahlen auf die Haut des Menschen. Sie weiß, was die Sonne dort anrichten kann.

UV-A-Strahlen dringen tief in die Haut ein und schädigen vor allem die elastischen Fasern – der Alterungsprozess wird beschleunigt, Falten entstehen. UV-B-Strahlen gelangen nur in die oberste Hautschicht, aber dort schädigen sie das Erbgut der Zellen, Mutationen sind möglich. „Normalerweise kann der Körper die Schäden reparieren“, erklärt Volkmer. „Werden es zu viele, passieren jedoch Fehler, eventuell entsteht Krebs.“

Mit diesen Folgen sind die Mitarbeiter des Hauttumorcentrums der Charité in Berlin täglich konfrontiert. Die Informations-Broschüre der medizinischen Einrichtung nennt erschreckende Zahlen: Laut aktuellen Studien werde jeder fünfte Bundesbürger im Lauf seines Lebens an Hautkrebs erkranken. Bei der Frühform des hellen Hautkrebses sei von jährlich etwa 250.000 Neuerkrankungen auszugehen, beim schwarzen Hautkrebs von 15.000. „Hautkrebs ist also längst zu einer Volkskrankheit geworden“, lautet das Fazit der Verfasser.

Trotz dieser Fakten hat sich der Leiter des Zentrums Professor Eggert Stockfleth einen Blick für die positiven Seiten der Sonne bewahrt. „Ihre Wärme tut gut, sie vermittelt Wohl­­gefühl, und sie regt die wichtige Vitamin-D-Produktion an“, sagt der Experte. Er würde deshalb nie dazu raten, die Sonne ganz zu meiden. Stattdessen will Stockfleth – wie auch Volkmer – aufklären über einen verantwortungsvollen Umgang mit dem UV-Licht. Der Arzt engagiert sich in der Gesellschaft für Dermopharmazie, die Biologin in der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention.

Beide sagen: Die Haut vergisst nicht. „Jeder von uns hat ein persönliches UV-Konto, auf das er von Kindheit an einzahlt“, erläutert Stockfleth. Sonne sich jemand zu oft, sei dieses Konto irgendwann voll, das Risiko steige, an Krebs zu erkranken. Der Mediziner empfiehlt maximal 50 Sonnenexpo­sitionen pro Jahr – am besten gut geschützt, etwa mit Sonnencreme. „Um den optimalen Schutz zu erreichen, sollten zwei Milligramm Creme pro Quadratzentimeter Haut aufgetragen werden. Bei einem Mal cremen müssten also 30 bis 40 Milliliter verwendet werden. Das macht kaum jemand“, weiß Beate Volkmer. Sie rät zusätzlich zu textilem Sonnenschutz, vor allem zu einer Kopfbedeckung. Wer am Badesee nur ein helles T-Shirt aus Baumwolle trägt, sollte wissen: Bis zu 20 Prozent der Strahlen dringen durch den Stoff. Ist das Shirt nass, können es sogar 50 Prozent sein. Nur spezielle UV-Schutzkleidung verbessert den Schutz der Haut. Doch der GfK-Umfrage zufolge tragen sie gerade einmal neun Prozent der Deutschen. Immerhin rund 63 Prozent schützen sich mit Hut oder T-Shirt, und 72 Prozent gaben an: „Wenn ich mich sonne, trage ich grundsätzlich Sonnenschutz­mittel auf.“

Es hängt vom Hauttyp ab, wie lange sich jemand ungeschützt in der Sonne aufhalten kann, ohne dass die Haut sich rötet (Eigenschutzzeit). Um wie viel eine Sonnencreme diesen natürlichen Schutz verstärkt, gibt ihr Lichtschutzfaktor (LSF) an. Liegt er zum Beispiel bei 20, kann die Haut dank des Präparats 20-mal so lange der Sonne ausgesetzt werden wie ohne Schutz. Experten raten aber davon ab, das voll auszukosten. Oft vermindert eine zu geringe Creme-Menge, Wasserkontakt oder Abrieb beim Abtrocknen die theoretisch geltende Schutzzeit.