Keine Pause für Heuschnupfengeplagte
Frühblüher plagen Allergiker bereits im Februar
Wenn Allergiker in diesen Tagen einen Blick auf die Pollenflugvorhersage werfen, freuen sie sich nicht. Der Pollenflug macht im Februar keine Pause. Offensichtlich verändert der Klimawandel auch die Flugzeiten der verschiedenen Pollenarten. Es hat eine eindeutige Verfrühung und Verlagerung gegeben", beobachtet Berit Lott von der Flora Apotheke Elmshorn. Bis zu drei Wochen früher als bisher kommen Kunden in die Apotheke die über typisch allergische Symptome klagen. Triefende Nasen, juckende Augen und kaum Luft zum Atmen: Die Leidenszeit für Allergiker beginnt mittlerweile immer früher. Wegen der milden Temperaturen sind viele Pollenarten auch während der Wintermonate aktiv. Hasel und Erle wirbeln sogar schon seit Dezember durch die Luft und auch die Birke dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen. Schuld daran sind die milden Temperaturen. Sie begünstigen die Entwicklung der Bäume, Gräser und Sträucher. Klettert das Thermometer über zwei Grad Celsius wird es für Allergiker ungemütlich. Dann nämlich setzen die Pflanzen ihren Blütenstaub frei. Kommen die in Kontakt mit menschlicher Schleimhaut, entleeren die Befruchtungszellen ihren Zellinhalt und sorgen für Husten, verstopfte Nasen, juckende Augen.
Die Pharmazeutin rät gerade im Winter Reizungen von Augen, Nase und Bronchien nicht zu unterschätzen. Was aussieht wie eine Erkältung, kann durchaus auch mehr sein. Ein wichtiger Hinweis ist dabei der Nasenschleim. "Bei bakteriellen Infektionen ist der Nasenschleim verfärbt, bei Allergien dagegen klar", so Lott
Klingen die vermeintlichen Erkältungssymptome schlecht ab, dauern zu lange oder tauchen zu häufig auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
In Deutschland leiden rund zwölf Millionen Menschen an Heuschnupfen. Mediziner gehen von einer noch höheren Dunkelziffer aus. Zu unterschätzen ist die Krankheit nicht. Mit der Zeit kann sich ein Heuschnupfen zu einer chronischen Entzündung der Atemwege bis hin zu schwerem Asthma entwickeln.
Bei akuten Beschwerden verschaffen "antiallergische" Medikamente Linderung. Vorbeugend und begleitend sollten Allergiker auch jeden Abend vor dem Zubettgehen die Haare waschen und die Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer ablegen", empfiehlt die Apothekerin.
Zudem sollten Stadtbewohner nicht spätabends oder nachts und Landbewohner nicht frühmorgens lüften, weil da am meisten Pollen unterwegs sind.
Ansonsten hilft nur hoffen auf kältere Temperaturen.
